Die Heidehof-Stiftung unterstützte das Schulprojekt an der Steigschule

Erfolgreicher Abschluss des Projekts „Steigerung der Lern- und Lebenskompetenz bei Schülern und Schülerinnen der Steigschule Bad Cannstatt“

Bereits im ersten Jahr (Juni 2010 bis Juni 2011) gelang es, fünf von acht Schüler/-innen durch lerntherapeutische Förderung von der Förderschule in die Regelschule wieder einzugliedern. Dadurch konnten im zweiten Jahr weitere Schüler/-innen in das Projekt aufgenommen werden.

Zusammen mit den anderen Projektpartnern freuen wir uns sehr über diesen großen Erfolg.

Kooperationspartner der Schule während der Projektlaufzeit waren die Pädagogisch Therapeutische Einrichtung (PTE) und die Akademie für sozialwissenschaftliche Innovation e. V. (ASI).

Referenz der Heidehofstiftung

Die Heidehofstiftung hat für dieses Projekt eine Referenz ausgestellt, die Sie hier einsehen können:

 

Logo der Heidehof Stiftung

Zur Heidehof Stiftung GmbH

Die Heidehof Stiftung GmbH (bis 2005 Stiftung für Bildung und Behindertenförderung GmbH) in Stuttgart wurde 1971 von Robert Bosch, d.J. und Dr. Eva Madelung gegründet. Die Stiftung fördert Projekte in den Bereichen Bildung, Menschen mit Behinderung, Gesundheit, Ökologie und Soziales.
Dank der Unterstützung durch die Heidehof Stiftung GmbH kann das nachfolgend skizzierte Projekt realisiert werden!

Zur Zielsetzung des Projektes

Das Projekt zielt darauf ab, Kindern der Steigschule, eine Förderschule im sozialen Brennpunktgebiet, eine zusätzliche Förderung zu bieten, um ihre Chance auf eine Rückschulung in die Regelschule zu erhöhen, einen adäquaten Umgang mit ihren Lern- und Leistungsschwächen zu trainieren und sie durch die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen in ihrer Gesamtpersönlichkeit und somit auch als Mitglied der Gesellschaft dauerhaft zu stärken.
Das mit dem Projekt verbundene spezielle Förderangebot ist ausgerichtet auf Kinder mit Teilleistungsschwächen und Verhaltensauffälligkeiten, die aus sozial randständigen Familien stammen.

Zum Selbstverständnis

Das Projekt versteht sich nicht als „Reparaturbetrieb“ für das baden-württembergische Schulsystem, sondern ergänzt durch Förderansätze, die von Schulen ohne Zusammenarbeit mit externen Kräften nicht leistbar sind. Aus diesem Grund hat sich die Steigschule Bad Cannstatt für die Kooperationspartner PTE und ASI e. V. entschieden, da diese auf die Themenfelder der Lernförderung bzw. Lerntherapie und den dazugehörigen Erkenntnissen aus der wissenschaftlichen Forschung spezialisiert sind und dadurch passgenaue Unterstützungsleistungen offerieren können.

Zur Durchführung

Das Projekt ist auf eine Laufzeit von zwei Jahren angelegt und hat im Juni 2010 begonnen. In den Räumlichkeiten der Steigschule wird das Projekt realisiert. Kontinuierliche und enge Absprachen zwischen dem Kollegium der Steigschule sowie den Mitarbeiter(inne)n der PTE / ASI e. V. sind unbedingte Voraussetzungen für eine erfolgreiche Durchführung.

Zum Aufbau und Umfang

Drei Bausteine beinhaltet das Projekt: die spezifische Förderung der Kinder, die Begleitung deren Eltern sowie Angebote für das Kollegium der Steigschule. Diese Bausteine werden über sieben Module abgedeckt. Die Module eins bis fünf beziehen sich dabei auf Leistungen für die Schüler/-innen, Modul sechs beinhaltet die Elternarbeit und Modul sieben bietet Unterstützungsangebote in Form von schulinternen Lehrerfortbildungen für das Lehrerkollegium der Steigschule Bad Cannstatt an (zu den Inhalten der Module im Einzelnen siehe Schaukasten unten).

a.Die spezifische Förderung der Kinder

Die vom Kollegium der Steigschule für das Projekt ausgewählten acht Schüler/-innen werden in einem ersten Schritt umfassend diagnostisch getestet. Danach folgt ein Lernkompetenztraining, das alle Kinder durchlaufen und das eine Stützfunktion im Hinblick auf das Erlernen von Schlüsselqualifikationen übernimmt. Hieran schließt eine störungsbildspezifische Förderung der Kinder an, basierend auf den Ergebnissen der Diagnostik, um gezielt an den jeweiligen Teilleistungsschwächen und Verhaltensauffälligkeiten der Kinder zu arbeiten.
Um die erreichten Fortschritte zu messen und diese dokumentarisch festzuhalten, wird neben einer Verlaufsdiagnostik auch eine Abschlussdiagnostik mit den Kindern durchgeführt.
Schließlich, um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten, wird nach Beendigung aller pädagogisch-psychologischen Maßnahmen eine Therapeutin weiterhin an in die Steigschule kommen, um mit einzelnen Kindern die Fördereinheiten zu aktualisieren.

b.Die Begleitung der Eltern

Um das Gelingen des Projektes zu sichern, bieten die Klassenlehrer/-innen der teilnehmenden Kinder und ihre externen Therapeut(inn)en den Eltern eine enge Zusammenarbeit an.
Die pädagogische Begleitung der Eltern, bezogen auf den Umgang mit den individuellen Schwierigkeiten ihrer Kinder, soll den Eltern helfen, ihre Kinder besser einschätzen zu lernen und deren Entwicklungspotenziale wahrnehmen zu können.

c.Angebote für das Kollegium der Steigschule

Der kontinuierliche Austausch zwischen den Lehrkräften und den Mitarbeiter(inne)n der PTE / ASI e. V. ist in diesem Kooperationsprojekt äußerst relevant: Um gute Lerneffekte erzielen zu können, müssen die spezifischen Fördermaßnahmen auf den Schulalltag und die aktuellen Unterrichtsinhalte abgestimmt werden.
Über den Austausch hinaus werden den Lehrer(inne)n auch Fortbildungen und Coachings zu den verschiedenen Lernstörungen angeboten, um sie mit außerschulischen Therapieansätzen vertraut zu machen.

Zur Evaluation

Für die Überprüfung seiner Wirksamkeit wird nach Abschluss des Projekts über alle Ergebnisse ein Evaluationsbericht erstellt. Dieser umfasst das gesamte Projekt und bewertet neben der quantitativen Testdiagnostik auch die qualitative Einschätzung durch die Eltern der Zielgruppenkinder und der Lehrer/-innen der Steigschule.

Prozessartige Verlaufsskizze:

 

 Bausteine des Projektes:

 Schüler/-innen

 Modul 1: Diagnostik:
  • Ziel: Testung der Zielgruppenkinder (Eingangsdiagnostik)
  • Inhalte: Begabungsniveau (K-ABC oder HAWIK) und Fachdiagnostik (LRS, RS, ADHS), Verhaltens-/Befindlichkeitsdiagnostik
Modul 2: Steigerung der Lernkompetenz:
  • Ziel: Die getesteten Kinder durchlaufen ein Lernkompetenztraining
  • Inhalte: Lernorganisation und -techniken, Konzentration, Motivation, Selbstwahrnehmung, Selbstbewusstsein
Modul 3: Störungsbildspezifische Förderung:
  • Ziel: je nach Schwerpunkt des Störungsbildes wird eine spezielle Förderung für LRS, RS, ADHS in Einzelförderung oder Kleingruppen durchgeführt
  • Inhalte: bei ADHS kann ein Gruppentraining zur Steigerung der Aufmerksamkeitsleistung (Attentioner) belegt werden; bei LRS werden Lese- und Rechtschreibtrainings einzeln oder in der Gruppe umgesetzt; bei RS ist eine Einzelförderung notwendig. Ferner wird bei allen Kindern an ihren sozialen Verhaltenauffälligkeiten gearbeitet
Zusatz: Verlaufsdiagnostik:
  • Ziel: Messung des Zwischenstandes
  • Inhalte: Fachdiagnostik
Modul 4: Abschlussdiagnostik und Evaluation:
  • Ziel: Messung der erreichten Fortschritte und deren Dokumentation
  • Inhalte: Fachdiagnostik und Beginn des Evaluationsberichtes
Modul 5: Nachhaltigkeit:
  • Ziel: Sicherung der erreichten Fortschritte
  • Inhalte: Auffrischung und Festigung der Fördereinheiten
Zusatz: Fortsetzung von Modul 4:
  • Ziel: abschließende Evaluation
  • Inhalte: Zusammenführung der Testergebnisse der Kinder, der Ergebnisse der schriftlichen Befragung der Lehrer/-innen, der mündlichen Befragung der Eltern und Fertigstellung des Evaluationsberichtes
Eltern
Modul 6: Elternarbeit:
  • Ziel: Die Eltern werden aktiv in das Programm einbezogen
  • Inhalte: Information, Beratung und Aufklärung der Eltern über das Projekt sowie überdie Störungsbilder und Verhaltensauffälligkeiten; regelmäßige Rückmeldungen an die Eltern über den Projektverlauf und die Fortschritte der Kinder; mündliche Befragung der Eltern zu dem Projekt
Lehrer/-innen
Modul 7: Lehrerarbeit:
  • Ziel: kollegialer, engmaschiger Austausch zwischen dem Lehrerkollegium und dem Therapeutenteam; fachliches Störungsbildteaching
  • Inhalte: Information der Lehrer/-innen über das Gesamtprojekt; regelmäßige Absprachen zu den einzelnen Kindern; Fortbildungsangebote für Lehrer/-innen zu den jeweiligen Lernstörungen; schriftliche Befragung der Lehrer/-innen zu dem Projekt

Weitere Informationen

Gerne erteilen wir weitere Auskünfte zu diesem Projekt. Hierfür können Sie sich an Frau Iris Hammer (steigschule@stuttgart.de) wenden.